Die Vermessung des Menschen

Zur Ethik von Big Data und Gesundheit

Veranstaltungsart: Vortrag

Big Data eröffnet auch in der Medizin und im Gesundheitswesen neue Möglichkeiten. Durch die Analyse genetischer Daten, die sich von jedem Menschen in kürzester Zeit ermitteln lassen, lässt sich ein individuelles Risikoprofil erstellen, das Auskunft über künftige Krankheitsrisiken gibt. Ebenso kann das voraussichtliche Ansprechverhalten eines Patienten auf bestimmte Medikamente im Voraus getestet werden, was zur Optimierung des Therapieerfolges oder zumindest zur Minimierung von Nebenwirkungen beitragen kann.

Neben den Chancen sind allerdings auch Gefahren des Einzugs von Big Data in den Behandlungsalltag vorhersehbar.
Lange bevor eine Erkrankung ausbricht, kann ein Mensch in eine Art vorläufigen Patientenstatus
gedrängt werden, da er sich aufgrund des Wissens um die künftige Gefährdung nicht mehr als wirklich gesund fühlt, aber auch noch nicht krank ist.
Zudem können Risikoanalysen immer nur Wahrscheinlichkeitsaussagen ergeben, die ebenso zu falschen Verunsicherungen wie zu unnötigen prophylaktischen Behandlungsmaßnahmen führen können, von denen die Betreffenden keinen medizinischen Nutzen haben.

Der Vortrag führt den revolutionären Wandel medizinischer Behandlungsmöglichkeiten im Gefolge von Big Data vor Augen und erörtert seine ethische Problematik.

metamorworks, iStock

Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff

Referent/-in

Professor für Moraltheologie , AL Universität Freiburg i. Br.

Termin

31.01.2019 19:00

Veranstaltungsort

Haus Sankt Ulrich

Kappelberg 1
86150 Augsburg

Kontakt

Akademisches Forum